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Tom Levold Wahlkampf 2009
Beobachtung der Beobachter


Tom Levold
Dipl.-Sozialwissenschaftler, Lehrender Supervisor und Lehrender Coach (SG)

www.levold.de
www.systemagazin.de

bei Fragen oder Kommentaren,
melden Sie sich bitte bei mir direkt:
tom.levold@charismakurve.de


Politik als zirkuläre (Selbst-)Beobachtung

Der Systemtheoretiker Niklas Luhmann hat den Umgang von Politikern mit ihrer permanenten Beobachtung folgendermaßen charakterisiert: "Auf der Ebene aktiver Politik beobachten Politiker sich selbst und andere im Hinblick auf das, was von einem Handeln zu halten ist, das sich dem Beobachtetwerden aussetzt. In der Politik selbst geht es, wie am Markt, um ein Verhältnis der Konkurrenz. Aber die Konkurrenz wird inszeniert mit Rücksicht darauf, dass auch sie beobachtet wird von Beobachtern, deren Mitwirken als Publikum unterstellt wird." Als systemischer Coach und Berater interessieren mich die Paradoxien, in die führende Politiker zwangsläufig hineingeraten, weil sie in ihrem politischen Handeln nicht nur immerzu von einem medienkompetenten Publikum in Echtzeit beobachtet werden (können), sondern sich auch gegenseitig vermittels der Medien permanent beobachten, ohne die notwendige Zeit zu haben, über gute Konzepte nachzudenken. Um hier zu punkten, müssen sie in der Lage sein, die Beobachtung politischer Entscheidungen durch das relevante Publikum vorwegzunehmen und von vorneherein in den Entscheidungsprozess einzubauen, um die Öffentlichkeit für sich einzunehmen. Gleichzeitig liegt das symbolische Kapital politischer Führungskräfte aber darin, glaubwürdig darzustellen, nicht vom Publikum oder der Konkurrenz in der eigenen politischen Position beirrt werden können. Die Darstellung von Politik im Wahlkampf muss daher verschleiern, was seinen Kern ausmacht, nämlich die vorrangige Ausbeutung von Aufmerksamkeitschancen in der Öffentlichkeit zugunsten der eigenen Stimmanteile, gekoppelt mit der Bereitschaft, vermeintliche inhaltliche Essentials nach der Wahl im Interesse realpolitischer Allianzen preiszugeben, was dann regelmäßig Debatten über "Wahllügen" nach sich zieht. Aus diesem Blickwinkel interessiert mich die Selbst-Inszenierung der Spitzenkandidaten im Wahlkampf.


22.09.2009
Künstliches Charisma und öffentliche Vernunft

Meine Anmerkungen zum Charisma-Wahlkampf 2009 habe ich mit einem Zitat von Niklas Luhmann begonnen, mit einem Zitat von Pierre Bourdieu, dem ebenfalls verstorbenen großen französischen Soziologen, möchte ich sie beenden. Im Unterschied zu Luhmann, der stets um die Rolle eines distanzierten Beobachters bemüht war, sind Bourdieus politische Analysen immer auch mit einer engagierten politischen Haltung verbunden.
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15.09.2009
Duell ohne Schrammen

Nun liegt das sogenannte TV-Duell der Spitzenkandidaten hinter uns. Hat es etwas an neuen Erkenntnissen gebracht? Wohl kaum. Die mehr als bescheidenen Erwartungen sind bestätigt worden. Anstatt Positionen gegeneinander zu beziehen und aneinander zu schärfen, haben sich die Kandidaten darauf konzentriert, möglichst telegen alles zu vermeiden, was ihnen als abträglich hätte ausgelegt werden können. Dass sie das glatt über den Parcours brachten, spricht für die gute Vorbereitung und das Medien-Coaching im Hintergrund. Das war freilich absehbar. Dennoch mochte niemand von der Veranstaltung absehen. Das wäre mal spannend gewesen: das TV-Duell wegen absehbarer Eintönigkeit und Langeweile abzusagen.
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01.09.2009
Stell Dir vor, es ist Bundestagswahl und keiner geht hin!

Die Konsequenzen, die in der aktuellen Presseerklärung aus den Umfragewerten und den Landtagswahlen gezogen werden, reizen zum Widerspruch.
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26.08.2009
Charisma oder Unterscheidbarkeit

Der Gebrauch des Charisma-Begriffs in der Politik ist eng mit der Herrschaftstheorie des Soziologen Max Weber verknüpft, die in seinem posthum 1922 erschienen Hauptwerk "Wirtschaft und Gesellschaft" veröffentlicht wurde. Hier stellte er die charismatische Herrschaft der rationalen (legalen bzw. bürokratischen) und der traditionellen (patrimonialen) Herrschaft gegenüber.
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22.08.2009
Personenschutz für Politiker?

Bei einer Bundestagswahl werden mit den beiden verfügbaren Stimmen Parteien und Personen gewählt. Damit besteht die Möglichkeit, mit der Zweitstimme zum Ausdruck zu bringen, von welcher Politik man sich in den nächsten vier Jahren regieren lassen möchte. Mit der Erststimme wählt man dagegen eine Person, die man im Wahlkreis womöglich die Chance hatte kennenzulernen und der man sein Vertrauen schenkt. An dieses Verfahren muss man sich gelegentlich erinnern, wenn in den Medien (und auch hier auf der Charisma-Kurve) der Eindruck geweckt (und gefestigt) wird, es ginge bei der Bundestagswahl um die Entscheidung zwischen zwei Personen, die direkt zum Kanzler bzw. zur Kanzlerin gewählt werden könnten. Aber Steinmeier oder Merkel wählen können doch nur die WählerInnen, die im Wahlkreis Brandenburg an der Havel (Steinmeier) oder Stralsund/ Nordvorpommern/Rügen (Merkel) leben - und das auch nur mit ihrer Erststimme -, also ca. 406.000 von 62.000.000 Wahlberechtigten (0,6 %).
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