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Knut Volkenand Wahlkampf 2009
Top-Politiker sind immer auch `Marke`


Knut Volkenand
Diplom-Sozialwissenschaftler und Markenentwickler

www.m-28.de

bei Fragen oder Kommentaren,
melden Sie sich bitte bei mir direkt:
knut.volkenand@charismakurve.de


23.09.2009
Die Verheißung davor ist die Verheißung danach.


Bei Merkels Kaperfahrt ins deutsche Wir-Gefühl haben wir festgestellt: Sie bedient sich der beruhigenden Wirkung von sozialdemokratisch gerechten Werten, um die verunsicherten Wähler nicht noch mehr aufzuregen. Genau wie ihr Konkurrent. Aber die SPD profitiert nicht wirklich, weil sie denn Wählern keine adäquate Verheißung bietet. Denn das ist es, was erfolgreiche politische Marken ihren Kunden ­ den Wählern ­ versprechen.

Verheißung ist gut ­ das wußte man schon vor Obama. Die Verheißung auf ein besseres Leben, die Verheißung, dass man schlechte Dinge ändern kann. Eine gute Verheißung spricht ein Gefühl an, dass irgendwo tief drinnen im Menschen schlummert. Und darauf wartet, erweckt, beglückt, befriedigt zu werden. (Zum Dank gibts Kreuzchen auf dem Wahlzettel.)

Also: Was sind die aktuellen Verheißungen unserer Politikmarken? Welches bessere Leben, welches besseres Gefühl loben sie aus? Welches Vor-Bild bieten sie an, um in eine bessere Welt zu ziehen. Was sind die Kerne ihrer Ausstrahlung?

Dampfen wir doch einfach mal ein (lange Rede, kurzer Sinn) und tun so, als ob wir nur einen Begriff pro Partei zur Verfügung hätten.

Das ist einfach bei der FDP: Geld.
Mehr Geld und Achtung für die Besserverdienenden. Bei der Linken: Rache
Bestrafung der Besserverdienenden.

Bei den Grünen: Gutes Gewissen.
Das verdiente Gefühl, bei den Besseren zu sein.

Bei der CDU: Sicherheit
Mit uns verdienst Du, dass es noch immer gut gegangen ist.

Bis hier sind das alles ganz honorige Verheißungen ­ die auf virulente Bedürfnisse treffen.

Aber bei der SPD? Was verheißt man da heute?

Gerechtigkeit? mmh.
Kampf ? nö
Beruhigung ? sind andere besser
Freiheit? kein Thema.

Nicht konservativ genug, um die Angst zu dämpfen
. Nicht kämpferisch genug, um eine Aufbruchsstimmung zu verbreiten.
Nicht modern genug, um eine neue Welt zu versprechen.


Aber bitte schön: Wir reden hier nicht über Details eines Programms oder über politische Einzelfragen.
Wir suchen das Lebens-Gefühl, das die SPD markenstrategisch treffen muss.
Die Ausstrahlung, die die SPD zum Träger einer attraktiven, zeitgemäßen Vision, einer wünschenswerten Welt erscheinen läßt.

Einer Welt, die so attraktiv ist, das man Teil von ihr sein möchte.

Nur hier liegen ­ aus markenkommunikativer Sicht ­ die Chancen einer SPD (vielleicht einer NEU-SPD). Denn der Kern der Marke SPD ist stark ­ wenn man ihn glaubhaft und gefühlsecht zum Leben erwecken würde.

Aber, bitteschön: Dieser Kern läßt sich nicht in Auseinandersetzungen zwischen RotRotGrün- und SchwarzRot-Fraktionen als Parteitagskompromiss herausverhandeln.
Dazu braucht es eine klare Markenstrategie und Konzentration der Kräfte. Das ist viel Arbeit ­ aber es würde sich lohnen. Für diese Wahl wird's allerdings noch nicht reichen.


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