Primatenforscherin
Dr. Simone Pika
Dr. Simone Pika
21.09.2009:
Verzicht der Elefantenrunde
> zum Channel Persönlichkeitscoach
Cristián Gálvez
Cristián Gálvez 25.09.2009:
Wir sind die Langeweile
> zum Channel Markenentwickler
Knut Volkenand
Knut Volkenand 23.09.2009:
Die Verheißung davor ist die Verheißung danach.
> zum Channel Karikaturist
Dr. Günter Rückert
Dr. Günter Rückert
21.09.2009:
Ballonzauber
> zum Channel Sozialwissenschaftler
Tom Levold
Tom Levold
22.09.2009:
Künstliches Charisma und öffentliche Vernunft
> zum Channel Eignungsdiagnostiker
Christoph Nagler
Christoph Nagler 25.09.2009:
Herr Volkenand hat Recht
> zum Channel
Deutscher Depeschendienst













Netzeitung


politik-digital.de













wahlgang.de
 Zur Bewertung   Ziel   Beirat   News   zum Thema   Archiv   Impressum

Knut Volkenand Wahlkampf 2009
Top-Politiker sind immer auch `Marke`


Knut Volkenand
Diplom-Sozialwissenschaftler und Markenentwickler

www.m-28.de

bei Fragen oder Kommentaren,
melden Sie sich bitte bei mir direkt:
knut.volkenand@charismakurve.de


03.09.2009
Angela Merkel und die Angst


Die psychologische Marktforschung zeigt immer wieder, dass viele der Bedürfnisse und Konflikte, auf denen Markennutzen aufbauen den Menschen eher unangenehm sind.
Sind sind sozial unerwünscht, peinlich oder zeigen zuviel menschliche Schwächen. Die Menschen wollen nicht explizit draufgestoßen, aber trotzdem davon entlastet werden.

Und schon sind wir beim Wahlkampf in der Krise.

Vorherrschendes Krisen-Gefühl: Angst.
Und das Gefühl, ich bin dem ausgeliefert.
Also: Verdrängen und versuchen, die Angst nicht zu groß werden zu lassen.

Angst ist unangenehm und nicht sexy.

Und schon sind wir bei Angela Merkel.
Die Leute haben das Gefühl, sie macht das schon mit der Krise.

Sie nimmt das ernst, sie kümmert sich drum.
Aber sie ist nicht aufgeregt, schrill - sondern eine große coole Übermutter.
Sie ist ruhig, reißt keine Konflikte auf, keine kleinlichen Streitereien -
sie beruhigt.

Dazu kommt, dass sie in den wichtigen Emotionen eher sozialdemokratisch auftritt. Über allem steht: Solidarität (WIR), den Schwachen helfen, den Banken auf die Finger gucken, ich versteh eure Sorgen, ich bin eine von euch.
Da ist keine Abgrenzung, keine Drohung gegen sozial Schwächere dabei (Natürlich werden wir den Kündigungsschutz nicht antasten).

Sie beruhigt die Angst, indem sie sie nicht explizit ins Zentrum ihrer Ausstrahlung (wie Oskar Lafontaine) stellt, und damit die Wähler immer wieder darauf hinweist.

Die notwendige Kraft, die ihr bei dieser nicht-polarisierenden Position fehlt, bekommt sie durch ihre gut inszenierte Aura der anerkannten, der mächtigsten Frau der Welt ( Die außerdem zuhaus ihre Jungs im Griff hat).
So hat die Marke Merkel auch die nötige Marken-Potency.

Sie hat es nicht nötig, sich dazu wie andere im Wahlkampf kämpferisch aggressiv aufzuplustern.

So bietet die Marke Merkel in der Krise den breiten Zielgruppen der Mitte echte Nutzen: Angstreduktion - Zuversicht, dass es alles nicht so schlimm wird - das Gefühl, da kümmert sich eine drum, die es ernst meint (und nicht nur Wahlkampf macht).

Sehr beruhigend.


zurück