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Cristián Gálvez Wahlkampf 2009
Vorhang auf:
Selbstinszenierung in der Politik!


Cristián Gálvez
schafft Wirkung®
Persönlichkeitscoach
www.galvez.de

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melden Sie sich bitte bei mir direkt:
cristian.galvez@charismakurve.de



02.08.2009
Vorhang auf: Selbstinszenierung in der Politik!


Der deutsche Theater- und Filmregisseur Leander Haussmann schrieb in der Welt am Sonntag (31. März 2002): "Wir können davon ausgehen, dass es zwei Institutionen in der Gesellschaft gibt, in denen (wirklich) nicht die Wahrheit gesagt wird: in der Politik und im Theater." In der Politik sind die Folgen dieser Inszenierung sogar in Zahlen messbar. Und so wird am 27. September das Wahlergebnis nüchtern ausdrücken, was Merkel und Steinmeier auf den politischen Bühnen bis dahin verkörpert haben. In den Tagen nach der Entscheidung werden noch einmal Experten in dunklen Anzügen die politischen Programme der Kandidaten analysieren, ohne jemals darauf zu kommen, dass Inhalte eigentlich keine Rolle spielen. Denn in der politischen Mitte entscheidet genauso wenig die Kompetenz eines Kandidaten, wie die tatsächliche Qualifikation beim Bewerbungsgespräch um eine freie Stelle. Auch wenn Personalverantwortliche in Unternehmen das gar nicht gerne hören, Untersuchungen bestätigen immer wieder: Nicht der beste Kandidat bekommt den Zuschlag, sondern der, der sich am besten verkauft. Bill Clinton nannte den letzten U.S.-Wahlkampf sogar "das längste Bewerbungsgespräch aller Zeiten".

Wurzelbehandlung: Das Gefühl entscheidet
Blicken wir zurück: 2002, Bundestagswahlkampf, Stoiber gegen Schröder, Weißbiertechnokrat gegen souveränen Medienplayer. Die beiden dominierenden Themen: Arbeitsmarktpolitik und wirtschaftliche Herausforderungen. In einer repräsentativen Umfrage im Vorfeld der Wahl stellte die Forschungsgruppe Wahlen zwei Fragen: 1. Welche Partei löst die Probleme am besten? 2. Schröder oder Stoiber, welcher Kandidat löst die Probleme am besten? Die scheinbar rational entscheidenden Bürger unseres Landes (Menschen über 18 mit der Lizenz zum Wählen) bescheinigten CDU/CSU und der Person Stoiber eine deutlich höhere Problemlösungskompetenz. Doch auf die Frage "Wen hätten Sie lieber als Bundeskanzler?" stimmten über die Hälfte für Schröder und gerade mal ein Drittel für Edmund Stoiber. Schröder sorgte für das bessere Gefühl. Das Wahlergebnis ist bekannt und führte letztlich 2005 zur Vertrauensfrage. Das ist so, als würden Sie sich bei einer anstehenden Wurzelbehandlung nicht für den besseren, sondern den sympathischeren Zahnarzt entscheiden. Es könnte Schmerzen verursachen.

Vom Westernhelden zum Präsidenten
In Amerika arbeiten Politik und Entertainment schon lange Hand in Hand. Das einhellige Credo der Political Consultants: Wahlkämpfe führen erst dann zu echten demokratischen Ergebnissen, wenn Inhalte für die Masse entsprechend inszeniert werden. So richtig begonnen hat alles 1980, als der Western-Schauspieler Ronald Reagan überzeugend den Präsidenten mimte. Eine Heerschar von Beratern inszenierte jedes Detail, Drehbücher wurde entwickelt, Auftritte genauestens vorbereitet. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Sogar der Zufall selbst. Bis heute gilt Reagan als einer der beliebtesten US-Präsidenten. Obama perfektionierte die Inszenierung. Sein Auftritt im Wahlkampf ist der bisher größte Wurf in Sachen politischer Inszenierung. Eine ausführliche Analyse der Inszenierung Obamas findet der interessierte Leser übrigens in meinem Buch "Du bist, was Du zeigst!".

Bauerntheater oder großes Kino
Wer im Wahlkampf die Nase vorne haben will, der muss vor allem emotional berühren. Denn nicht Zahlen, Daten, Fakten schaffen Veränderung, sondern Emotionen. Dabei geht es schon lange nicht mehr nur um die rhetorische Schulung der Kandidaten oder die Optimierung deren Körpersprache. Die politische Inszenierung umfasst das Ganze! Merkel und Steinmeier lassen sich wie die Hauptrollen in einem Kinofilm analysieren. Welche Eigenschaften zeichnen diese "Figuren" aus? Wie authentisch verkörpern die Darsteller ihre Rollen? Wie sehr kann der Wähler sein eigenes Leben mit den Leinwandhelden abgleichen? Welche Geschichten entwickeln sich aus den Figuren? Wie stark sind diese Geschichten? Welche unterstützenden Nebenrollen gibt es? Und wie ist überhaupt der Gesamteindruck der Inszenierung?

Was wir daraus lernen können
Die erfolgreiche Inszenierung geht unter die Haut, vorbei an Kopf und Verstand. Das gilt übrigens nicht nur für Merkel und Steinmeier, sondern auch für uns auf den vielfältigen Bühnen unseres Lebens. Beruflich oder privat - auch wir wirken immer und überall. Wir können uns nicht nicht inszenieren. Gerade deshalb können wir viel von den beiden Akteuren lernen. Entweder wie es geht, oder eben nicht! Und darauf können wir uns freuen.

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